Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
02.01.2014

Weniger Schnarchen durch Änderung der Kopflage

Schnarchen ohne Atempausen (Schlafapnoe) ist zwar keine Erkrankung, führt jedoch oft zu Problemen mit dem Bettpartner. Ein spezielles Kissen könnte jetzt weiterhelfen.

Beobachtungen, dass Schnarchen meist in Rückenlage auftritt und sich zum Teil schon durch Kopflageänderung verbessert, haben Forscher der Mannheimer HNO-Universitätsklinik bewogen, gemeinsam mit dem Unternehmen Sissel Novacare ein Kissen zur automatischen Änderung der nächtlichen Kopflage zu entwickeln.Das Kopfkissen mit kleinen eingearbeiteten Luftkissen sowie zwei integrierten Mikrofonen und einem Steuergerät registriert Schnarchgeräusche. Die Kissenaktivierung setzt bei gleichförmigen Geräuschmustern innerhalb von zwei bis drei Atemperioden ein. Darauf füllen sich die Luftkissen langsam, was zu einer sanften Lageänderung des Kopfes führt. Hierdurch soll die Vibrationsneigung des Pharynx verringern werden.

In einer ersten, Untersuchung schliefen 157 Probanden im mittleren Alter von 54 Jahren jeweils zwei Nächte mit aktiviertem und danach mit inaktivem Kissen. Die Schnarchdauer, bezogen auf die mit inaktiviertem Kissen im Bett verbrachte Zeit betrug im Mittel 48 Minuten. Bei aktiviertem Kissen war diese Zeitspanne mit 16 Minuten deutlich um 67 Prozent reduziert. Unklar ist bislang jedoch, ob der Effekt auf einer durch Kopfdrehung ausgelöste Körperdrehung, alleiniger Kopfdrehung oder durch mittels Kopfdrehung hervorgerufener Weckreaktionen beruht. Dies soll jetzt in einer kontrollierten Studie geklärt werden.

Wichtig bei Schnarchen ist jedoch immer, eine gesundheitsschädliche Schlafapnoe auszuschließen bzw. bei Vorhandensein adäquat zu behandeln. Die Unterscheidung zwischen harmlosem Schnarchen und Schlafapnoe gelingt mit einer einfachen Untersuchung in unserem Schlaflabor. Wir helfen Ihnen bei Schnarchproblemen oder nächtlichen Atempausen mit unseren modernen Untersuchungsmethoden gerne weiter und beraten Sie bezüglich der derzeit möglichen Therapieverfahren.