Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
19.12.2013

Unterdruck als CPAP-Alternative bei Schlafapnoe

Die Standardtherapie der obstruktiven Schlafapnoe ist die CPAP-Therapie. Diese wird zwar in den meisten Fällen gut toleriert. Dennoch gibt es Patienten mit Intoleranz dieser Behandlungsmethode. Deshalb werden immer wieder Alternativen gesucht. Nun wurde erstmals die sog. orale Drucktherapie klinisch getestet, bei der ein Unterdruck in der Mundhöhle erzeugt wird.

Hierbei handelt es sich um eine Pumpe die ein Vakuum, also einen Negativdruck, erzeugt. Der erzeugte Unterdruck wird über ein Mundstück auf die Mundhöhle appliziert. Hierdurch soll der weiche Gaumen nach vorne verlagert und damit die Verengung bzw. der Verschluss der oberen Atemwege im Schlaf reduziert werden. Die Ergebnisse der ersten Machbarkeitsstudie (Redwood City, USA) an OSA-Patienten zeigen eine Reduktion des AHI (Zahl der Atmungsstörungen pro Stunde Schlaf) auf < 10/h bei 38% der Patienten. Die Analyse der Einzelverläufe ergab aber, dass nicht bei jedem der Patienten ein Therapieeffekt erzielt werden konnte. Es gab auch Patienten, bei denen es zu einer Zunahme des AHI unter Therapie kam. Die Schlafanalyse zeigte ebenso ein uneinheitliches Bild. Zwar wurde unter Therapie die Anzahl der Weckreaktionen signifikant von 48.4 ± 25.7 /h auf 39.0 ± 16.5 /h gesenkt, es kam aber zu einer Zunahme der Wachphasen nach Schlafbeginn, sowie zu einer Abnahme der Gesamtschlafzeit. Die Therapie wurde gut toleriert, relevante Nebenwirkungen traten nicht auf. Ob diese Behandlungsmethode für einen Teil der OSA Patienten eine Behandlungsalternative darstellt, muss erst anhand der Langzeitergebnisse beurteilt werden. Durch die Überprüfbarkeit der Wirksamkeit im Rahmen einer Schlaflaboruntersuchung können geeignete Patienten jedoch gut selektiert werden. Abzuwarten bleibt, ob das Verfahren als weniger störend empfunden wird als die CPAP-Behandlung. Insbesondere die Abnahme der Schlafdauer und die Zunahme der Wachphasen zeigen, dass auch bei diesem Behandlungsverfahren, ähnlich wie bei der CPAP-Maske, eine Gewöhnung an die Therapie erforderlich ist.

Diagnostik und Therapieempfehlung beim erfahrenen Schlafmediziner sind Voraussetzung für einen optimalen Behandlungserfolg bei der Schlafapnoetherapie. Wir beraten Sie diesbezüglich gerne, auch bei Problemen mit der CPAP Maske u. insbesondere auch bezüglich derzeit schon verfügbarer Alternativen zur CPAP-Therapie.