Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
26.12.2013

Smartphone am Bett reduziert Lebensqualität

Jugendliche und junge Erwachsene schlafen während der Woche oft zu wenig. Zugleich versuchen sie aber, mit nur mäßigem Erfolg, dieses Schlafdefizit durch längeren Schlaf am Wochenende zu kompensieren. Begünstigt werden die Schlafdefizite durch einen hohen Medienkonsum. Mangelnder Schlaf führt dazu, dass Gesundheit, Tageswachheit und Arbeitsfähigkeit leiden.

Diese beunruhigenden Daten hat die Deutsche Azubi-Studie zu Tage gefördert, wie Dr. Manfred Betz vom Institut für Gesundheitsförderung und -forschung in Dillenburg berichtete. An dieser Untersuchung, die Auskunft über Schlafgewohnheiten und Medienkonsum von Jugendlichen geben sollte, haben 1068 Auszubildende im Alter zwischen 16 und 25 Jahren teilgenommen, davon 72 Prozent Männer. Dabei wurden sowohl schlafspezifische Parameter mit der Epworth Sleepiness Scale (ESS) und dem Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) erfasst als auch das psychische und physische Wohlbefinden und die Arbeitsfähigkeit mit weiteren Fragebögen. Die gemittelten Werte zu den Schlafgewohnheiten der Teilnehmer ergab, dass sie während der Woche um 23:13 Uhr zu Bett gehen (wobei allerdings 30 Prozent dies erst nach 0:00 Uhr tun), am Wochenende sogar erst um 2:03 Uhr. Die tägliche Schlafdauer während der Woche beträgt inklusive der Einschlafphase 6:40 Stunden und steigt am Wochenende auf 9:04 Stunden. Bei immerhin 21 Prozent der Jugendlichen war die wochentägliche Schlafdauer geringer als sechs Stunden. Als Folge der offenbar ungenügenden Schlafdauer unter der Woche fühlten sich nur 17 Prozent der Befragten beim Aufwachen frisch und ausgeruht, bei gut einem Drittel (37%) ergeben ESS-Werte über 11 Punkte Hinweise auf erhöhte Tagesschläfrigkeit und zwei Drittel (66%) gaben an, häufig länger schlafen zu wollen, so Betz. Die mit dem PSQI erfasste Schlafqualität ergab bei der Hälfte der Jugendlichen eine eingeschränkte Schlafqualität, bei zehn Prozent sogar eine Schlafstörung.

Ursache dafür ist ein ausgedehnter Medienkonsum, „Etwa zwei Drittel der Auszubildenden haben ihr Handy neben dem Bett“. In Zahlen ausgedrückt, verbrachten die Teilnehmer täglich im Mittel über 3,5 Stunden (219 Minuten) mit dem Smartphone und weitere zwei Stunden (132 Minuten) vor dem Fernsehschirm. Der tägliche aktive Gesamtkonsum inklusiver weiterer Medien wie Radio, Computer, DVD/MP3-Spieler sowie Spielkonsolen summierte sich auf 7:45 Stunden.

Auswirkungen hatte dieser ausgedehnte Medienkonsum sowohl auf die Schlafqualität als auch auf das Tagesbefinden, konstatierte Betz. Jugendliche, die digitale Medien länger als sechs Stunden täglich nutzten, gingen am Wochenende später zu Bett, hatten eine schlechtere Schlafqualität und mehr Schlafstörungen, waren tagsüber müder und konsumierten mehr koffeinhaltige Energydrinks als Auszubildende, die diese Medien weniger nutzten. Auch das psychische und physische Befinden sowie die Arbeits- und Erholungsfähigkeit waren bei weniger und schlechterem Schlaf im Vergleich zu ausreichendem Schlaf beeinträchtigt.