Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
01.12.2015

Psychische und kognitive Störungen bei Asthma und COPD

 

Die Erfahrung zeigt, dass Asthma und COPD nicht generell als isolierte Lungenerkrankungen betrachtet werden können. Vielmehr beobachtet man häufig Begleiterkrankungen, die in ihrem Ausmaß und ihrem Einfluss auf die Lebensqualität durchaus schwerwiegender als die Grunderkrankung sein können. Welche Zusammenhänge gibt es nun zwischen chronischen Lungenerkrankungen und psychiatrischen Begleitsymptomen wie z.B. Angst, Depression, verringerte Hirnleistung ? Dieser Frage ging ein polnisches Forscherteam der Universität von Silesia (Kattowitz) nach. Die 2014 veröffentliche Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

1) Mentale Dysfunktionen treten bereits bei milden und mittelschweren Formen beider Atemwegserkrankungen auf – und nicht erst bei höheren Schweregraden als Folge von körperlicher Inaktivität und sozialer Isolation.

2) Die Schwere der psychischen Begleitsymptomatik korreliert mit der Schwere der Grunderkrankung und nimmt mit deren Fortschreiten stetig zu.

3) Rauchen scheint die psychische Begleitsymptomatik zu verschlimmern. Das Ausmaß des Tabakkonsums geht einher mit einem schlechteren psychoemotionalen Status und verminderten kognitiven Fähigkeiten der Probanden.

Fazit der Autoren: Verzicht auf das Rauchen hilft nicht nur der Lunge, sondern ist auch gut für das Gemüt.

 

Quelle: Agnieszka Bratek et al. Journal of Neural Transmission, February 2014, DOI 10.1007/s00702-014-1171-9