Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
28.10.2013

Facebook und YouTube vermitteln korrekte Inhalationstechnik

Mit Videosequenzen im Internet unterstützt die Deutsche Atemwegsliga Patienten bei der korrekten Handhabung gängiger Inhalator-Systeme.
Die Inhalationstherapie ist der entscheidende Baustein bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD. Die unterschiedliche Funktionalität der verfügbaren Inhalationsgeräte begünstigt allerdings Anwendungsfehler, die mit einem vollständigen Wirkungsverlust der zu applizierenden Medikamente einhergehen können.
„Die einmalige Einweisung durch den behandelnden Arzt oder ärztliches Fachpersonal reicht in der Regel nicht aus, Anwendungsfehlern nachhaltig vorzubeugen“, betonte der Vorsitzende der Deutschen Atemwegsliga Prof. Carl-Peter Crieè. „Nicht abgenommene Verschlusskappen, Mehrfachinhalationen ohne Mundschluss und die falsche Beladung von Pulverinhalatoren sind nur ein paar wenige Highlights, die mir in meiner mehr als 13-jährigen Praxistätigkeit regelmäßig begegnet sind“, berichtete der niedergelassene Pneumologe Dr. Roland Doepner (Dortmund).
Die ausbleibende Wirkung der Inhalationstherapie infolge solcher Anwendungsfehler verursacht immense Kosten und führt frustrierten Patienten und Therapeuten zu Notfallsituationen. Dr. Doepner setzt deshalb auf wiederholte Kontrollen der Inhalationstechnik, um Fehler zu erkennen und zu eliminieren.
Dennoch: Im heutigen Praxisalltag sind solchen wiederholten Inhalator-Schulungen Grenzen gesetzt. Um eine effiziente und ubiquitär verfügbare Aufklärungsplattform zu schaffen, hat die Deutsche Atemwegsliga die Produktion von Videos zur korrekten Inhalation initiiert. Mittlerweile umfasst die so entstandene Videothek 21 Videosequenzen zu allen gängigen Inhalationsgeräten. Schritt für Schritt erklären diese Videos die korrekte Inhalationstechnik – von der Vorbereitung des Inhalators über die Durchführung der Inhalation bis hin zur richtigen Pflege des Geräts.
Die Vorteile der Internet-basierten Einweisung überwiegen bei weitem mögliche Nachteile, so die Einschätzung von Prof. Wolfram Windisch (Lungenklinik Köln-Merheim): „Die flächendeckende und zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit der Informationen, die beliebige Wiederholbarkeit und ein zumutbarer Zeitrahmen von ein bis drei Minuten sind nur einige wenige Vorteile der Aufklärungsplattform.“
Das Fehlen einer Kontrolle der Inhalationstechnik und die Berücksichtigung individueller Fragen und Probleme der Patienten könne durch die Kombination aus Videoaufklärung und Einweisung durch medizinisches Fachpersonal kompensiert werden. Das Videoangebot versteht sich daher nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur klassischen Schulung.
Außer den Videosequenzen zur Inhalationstechnik bietet die Videothek der Atemwegsliga auch Informationsfilme zur Peak-flow-Messung, Spirometrie und Bodyplethysmografie.
Alles ist abrufbar unter:

YouTube

Facebook

Der YouTube-Kanal der Atemwegsliga verzeichnet mittlerweile mehr als 82.000 Aufrufe.
Quelle: Pressekonferenz der Deutschen Atemwegsliga