Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
13.01.2014

Ernährung bei COPD

Was ist eine COPD?

Die COPD ist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung - englisch: chronic obstructive pulmonary disease. COPD ist ein Sammelbegriff und schließt die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem mit ein, neben anderen Erkrankungen.

Obstruktion bedeutet Verengung eines sonst offenen Weges. Hauptsymptome sind Atemnot - Husten - Auswurf (AHA-Symptomatik).

Zur Ernährung bei COPD wurden 2006 Untersuchungen von der Europäischen Gesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) vorgestellt. Sie zeigen, dass bei der überwiegenden Zahl der COPD-Patienten schon im frühen Stadium auch bei gleichbleibendem Gewicht ein Rückgang der Atemhilfsmuskelfunktion und der fettfreien Muskelmasse (FFM) festgestellt werden kann.

Der Fettanteil des Körpers wird größer. Die FFM ist der Körperanteil, der viel Eiweiß enthält und viel Energie verbraucht.Ursachen für den Rückgang der Muskulatur (FFM) können Beeinträchtigung von Bewegung und Nährstoffmangel sein. Auch kann der Energiebedarf durch Infekte, Medikamente u. a. erhöht sein. Langfristig kommt es bei den etroffenen zu einem Gewichtsverlust, wenn die mit der Nahrung zugeführte Energie unter den Energiebedarf sinkt.

Zwischen Ernährung und Atmung besteht ein enger Zusammenhang.

Die Atmung liefert den Sauerstoff, der zur Oxidation (Verbrennung) der energieliefernden Nährstoffe gebraucht wird. Der überschüssige Kohlenstoff muss als Kohlendioxid (CO2) ausgeatmet werden. Bei der Oxidation wird Energie frei. Sie dient zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, zu Muskelarbeit und zum Aufbau von Körpersubstanz aus den Baustoffen der Nahrung.

Ist die Atmung eingeschränkt, wird nicht nur die Bewegung sondern auch das Essen beschwerlich ud eingeschränkt. In der Folge fehlen wichtige Nähr- und Baustoffe.

Hauptbaustoffe sind Eiweiß, Mineralien (z.B. Calcium) und Wasser. Hauptenergielieferanten sind Kohlenhydrate und Fette. Kohlenhydrate enthalten in ihren Molekülen mehr Sauerstoff als Fette. Sie brauchen weniger Sauerstoff, produzieren aber mehr Kohlendioxid als Fette. Das Kohlendioxid muss ausgeatmet werden.

Neben der Atemnot ist insbesondere die Ausatmung bei COPD Patienten erschwert.

Neue Untersuchungen zeigen, dass das Verhältnis von Kohlenhydraten zu Fetten in der Nahrung für den ambulanten COPD Patienten keine große Rolle spielt.

Die Empfehlung für COPD Patienten, das Essen mit Sahne und Butter anzureichern, muss kritisch betrachtet werden. Ein zu hoher Fettanteil kann Übergewicht fördern. Fettreiche Mahlzeiten haben eine längere Verweildauer im Magen und können eher zu Beschwerden und Atemnot nach dem Essen führen. Übergewicht und Fettleibigkeit behindern die Beweglichkeit und die Lungenfunktion.

Empfehlenswert sind eiweißreiche und energieoptimierte kleine Nahrungsportionen.

Ziel einer Ernährungsumstellung bei COPD ist die Sicherstellung des Nährstoffbedarfs und eine optimierte Energiezufuhr.

Akut kranke COPD Patienten, die vom Beatmungsgerät abgewöhnt werden, profitieren für diesen Zeitraum von einer Nahrung, die den Energiebedarf nur knapp deckt und fettreich ist.

Ernährungsmaßnahmen wirken am besten in Kombination mit körperlichem Training. Dieses wirkt dem Abbau der FFM entgegen oder lässt Muskeln aufbauen und gewährleistet Lebensqualität.

Da es kein Lebensmittel gibt, welches alleine alle notwendigen Stoffe liefert, ist es nötig, abwechslungsreich zu essen. Alle frischen und wenig verarbeiteten Lebensmittel liefern neben Energie auch genügend lebenswichtige Baustoffe sowie Vitamine, Mineralien, wichtige Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Stoffe, die den ständigen Um Auf- und Abbau im Körper regeln und ihn schützen. Es sollen alle Lebensmittel des Ernährungskreises zu der gewöhnlichen Nahrung gehören.

Das sind: Getreideprodukte, Brot und Kartoffeln; Gemüse und Salat; Obst und Fruchtsäfte; Milch, Käse und Milchprodukte; Fisch, Fleisch und Eier; hochwertige Pflanzenöle und Aufstrichfette; Getränke - es muss unbedingt ausreichend viel getrunken werden.

Voraussetzung für eine Veränderung der Ernährung ist die Kenntnis über den eigenen Ernährungszustand. Zur Beurteilung des Ernährungszustandes können das Körpergewicht, die Entwicklung des Körpergewichts, der Appetit und ein Protokoll über die Nahrungsaufnahme herangezogen werden. Diätassistenten/tinnen sind hier kompetente Ansprechpartner.

Ziele müssen langfristig geplant werden. Schnelle Erfolge im Hinblick auf das Körpergewicht sind nicht sinnvoll und nicht zu erwarten.

Quelle:

Susanne Savelkouls-Wüstenberg

Diätlehrassistentin

Ernährungsmedizinische Beraterin / DGE

Mail:dlsswu@uniklinikum-saarland.de