Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
20.01.2014

Ballaststoffe beugen Asthma vor

Die Entwicklung von Asthma hängt mit der Menge konsumierter Früchte und Gemüse zusammen.

Die Ernährung hat Einfluss auf die Entwicklung von Asthma. Eine Bestätigung dieser Annahme haben jetzt Forscher vom Universitätsspital Lausanne (CHUV) gefunden. Laut einem Artikel in "Nature Medicine" braucht die Lunge für eine gesunde Immunantwort Fettsäuren, die durch fermentierbare Fasern aus Ballaststoffen in den Organismus gelangen.

Bisher war bekannt, dass die mikrobielle Vielfalt im Darm, wenn sie Fasern verdaut und fermentiert, etwa in der Vorbeugung von Darmkrebs eine wichtige Rolle spielt. "Wir haben jetzt gezeigt, dass der Einfluss der Darmbakterien bis in die Lunge reicht", erklärt Studienleiter Benjamin Marsland. Die Forscher haben Mäusen entweder eine Standarddiät mit vier Prozent oder eine Niedrigfaserkost mit einem Anteil von nur 0,3 Prozent fermentierbaren Fasern verfüttert. Die Niedrigfaserkost ist mit der westlichen Ernährungsweise weitgehend vergleichbar, die durchschnittlich nur noch etwa 0,6 Prozent Ballaststoffe enthält.

Wurden die Tiere Hausstaubmilben ausgesetzt, stellte sich bei den Tieren aus der Gruppe der Niedrigfaserkost eine stärkere allergische Reaktion ein als bei jenen mit Standarddiät. Der Schutz ist laut den Autoren das Resultat einer mehrstufigen Reaktionskette. Zuerst gelangen die Fasern in den Darm, wo sie von Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren fermentiert werden. Diese werden ins Blut abgegeben und beeinflussen die Reifung von Immunzellen im Knochenmark. Durch den Hausstaubmilbenextrakt angezogen wandern diese in die Lunge, wo sie eine weniger starke Abwehrreaktion auslösen.

Marsland denkt, dass die Resultate klinisch relevant sind, nicht nur weil der Anteil an pflanzlichen Fasern in der westlichen Ernährung mit der Niedrigfaserkost der Mäuse vergleichbar ist, sondern auch, weil sich die untersuchten Aspekte des Immunsystems bei Maus und Mensch kaum unterscheiden. Noch sind viele Fragen ungeklärt. In weiterer Folge sind daher laut Marsland klinische Studien geplant. (moe/mmb)

Quelle: Nature Medicine (abstract)