Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
04.11.2013

Asthma Therapiesteuerung bei Schwangeren

Verwendung des ausgeatmeten Stickstoffmonoxids: FENO Messung zur Individualisierten Asthmabehandlung in der Schwangerschaft

Hintergrund
Asthmaexazerbationen (Verschlechterungen) während der Schwangerschaft treten häufig auf und können mit einer bedeutenden Morbidität (Krankheitsbelastung) der Mutter und des Fetus assoziiert sein. Behandlungsentscheidungen, die auf der Eosinophilenzahl im Sputum basieren (Untersuchung im Auswurf), reduzieren die Exazerbationen (Verschlechterungen) bei nicht-schwangeren Frauen mit Asthma.
Bei Verwendung des Anteils des ausgeatmeten Stickstoffmonoxids (engl.: fraction of exhaled nitric oxide, FENO) zur Kontrolle der Behandlung sind die Ergebnisse unklar.
Die Arbeitsgruppe hat nun die Hypothese geprüft, ob ein Behandlungsalgorithmus für Asthma in der Schwangerschaft, der auf FENO und Symptomen basiert, Asthmaexazerbationen reduzieren würde.
Methoden
Sie führten in zwei Kliniken in Australien eine kontrollierte Studie durch. 220 schwangere, nicht rauchende Asthmatikerinnen wurden vor der 22. Schwangerschaftswoche unter Verwendung einer computergenerierten Zufallszahlenliste für eine von zwei Behandlungsanpassungen eingeteilt. Die Behandlungsanpassung erfolgte einmal pro Monat anhand eines Algorithmus, bei dem klinische Symptome (Kontrollgruppe) oder FENO-Konzentrationen herangezogen wurden, um die inhalative Corticosteroid-Dosierung entweder zu steigern (FENO > 29 ppb) oder zu verringern (FENO < 16 ppb).
Patienten, Betreuer und Ergebnisprüfer waren gegenüber der Gruppenzuweisung verblindet. Langwirksame β2-Sympathomimetika und minimal dosierte inhalative Corticosteroide wurden zur Behandlung von Symptomen angewendet, wenn die FENO-Konzentration nicht erhöht war. Den primären Endpunkt bildeten die Asthmaexazerbationen (moderat und schwer). 
Ergebnisse
111 Frauen wurden in die FENO-Gruppe und 109 in die Kontrollgruppe eingeschlossen. Die Exazerbationsrate war in der FENO-Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe. Die Anzahl der notwendigen Behandlungen (engl. number needed to treat, NNT) betrug 6.
In der FENO-Gruppe war die Lebensqualität besser, und die neonatalen Krankenhausaufenthalte waren verringert.
Interpretation
Asthmaexazerbationen (Verschlechterungen) während der Schwangerschaft können mittels FENO Messungen deutlich reduziert werden.
Powell H, Murphy VE, Taylor DR, et al. Management of asthma in pregnancy guided by measurement of fraction of exhaled nitric oxide: a double-blind, randomised controlled trial. The Lancet. 2011;378:983-90