Fachärzte für Innere Medizin, Allergologie, Pneumologie und Schlafmedizin
02.12.2013

Asthma bronchiale und Arbeit

Arbeitnehmer sind in Deutschland durchschnittlich 35 Jahre ihres Lebens erwerbstätig und verbringen somit einen großen Teil ihrer Lebenszeit am Arbeitsplatz. Dies gilt auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Asthma.
Auch wenn das Asthma in den meisten Fällen nicht berufsbedingt ist, können verschiedene Faktoren am Arbeitsplatz die Situation von berufstätigen Asthmapatienten erschweren. Denn im Gegensatz zu ihrem privaten Umfeld können Asthmatiker an ihrem Arbeitsplatz nicht immer die Bedingungen schaffen, die ihrer Gesundheit gut tun würde.
Atemwegsreizende Substanzen wie Tonerstaub aus Druckern und Kopierern, Teppichböden, trockene Luft durch Klimaanlagen oder starke Temperaturschwankungen am Arbeitsplatz können dazu führen, dass sich Asthmasymptome verschlimmern und die Bewältigung der Erkrankung erschwert wird.
Umgekehrt kann auch ein nicht gut kontrolliertes Asthma Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit haben.

Berufsbedingtes Asthma
Nur bei etwa 9 bis 15 Prozent der Betroffenen ist das Asthma durch eine Belastung mit bestimmten Stoffen im Arbeitsumfeld ausgelöst. Das sogenannte „Berufsasthma“ betrifft meist Beschäftigte im Back- und Konditorhandwerk, medizinisches Pflegepersonal, Schweißer, Friseure, Floristen, Tischler und Beschäftigte in der Landwirtschaft.
Circa 250 Stoffe stehen im Verdacht, berufsbedingtes Asthma auslösen zu können, zum Beispiel Mehlstaub, Naturlatex, Holzstaub, Tierhaare und -federn. Aber auch chemisch-irritativ oder toxisch wirkende Stoffe wie Polyisocyanate, Desinfektionsmittel, Farbstoffe und Dämpfe von Löt- und Schweißarbeiten können Ursache für ein Berufsasthma sein.
Asthma kann als Berufskrankheit offiziell anerkannt werden.
Voraussetzung ist die Verdachtsmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft. Bei anerkanntem Berufsasthma haben Berufstätige Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Dazu gehören z.B. Behandlungskosten, Kosten für notwendige Umgestaltungen des Arbeitsplatzes, Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie Rente.

Nicht berufsbedingtes Asthma
Größer ist die Gruppe der berufstätigen Asthmatiker, deren Erkrankung nicht von Stoffen am Arbeitsplatz ausgelöst wurde, bei deren sich die Beschwerden am Arbeitsplatz aber aufgrund verschiedener Faktoren verschlimmern. Anders als bei den Beschäftigten mit Berufsasthma stehen diesen Betroffenen deutlich weniger Unterstützungs- und Informationsangebote zur Verfügung. Dabei besteht auch bei diesen Patienten ein hoher Leidensdruck hinsichtlich asthmabedingter Probleme im Arbeitsumfeld.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet man Hier